Schulgarten mit Teich

Offener Brief der Elternvertreter des FSG

von Frau Lindig

Offener Brief

10. März 2021

Sehr geehrter Herr Landrat Heller,
sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Voigt,

Sie beide stehen in Ihrer Funktion dem Schulverwaltungsamt im Saale-Holzland-Kreis mittelbar und unmittelbar vor, weshalb wir uns im Namen der Eltern des Friedrich Schiller Gymnasium an Sie wenden.

Wir befinden uns in einer für alle turbulenten Zeit, in der die pandemiebedingten Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen das Leben unserer Kinder unveränderlich beeinflussen. Seit fast einem Jahr sind nach Angaben von UNICEF mehr als 168 Millionen Kinder weltweit vom Schulunterricht ausgeschlossen. 214 Millionen Kinder hätten mehr als drei Viertel ihres Unterrichts verpasst, berichtet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Auch wenn in nächster Zeit Lockerungen für den Schulbetrieb angekündigt sind und in Teilen bereits umgesetzt werden – wir befinden uns in einer katastrophalen Bildungskrise.

Herr Heller, Sie als ehemaliger Lehrer und Direktor, gerade auch dieser Schule, wissen um die Priorität von Bildungsinhalten, Methoden- und Sozialkompetenz der Schüler. Herr Prof. Dr. Voigt, Sie sind u.a. Dozent für Digitalisierung und machen auf Missstände in Thüringen rund um diesen Bereich aufmerksam.

Unabhängig vom Verlauf der Pandemie wird das Modell „HomeSchooling“ weiterhin bestimmend und/oder mindestens begleitend für Lehrende und Lernende sein.
Leider ist dies in einem überwiegend analogen Umfeld nicht digital umsetzbar.
Das Friedrich Schiller Gymnasium kann keinen digitalen Unterricht durchführen. Es fehlt die notwendige Infrastruktur, entsprechende Endgeräte und zum Teil bestehen auch Lücken in der Methodenkompetenz der Lehrenden. Die Thüringer SchulCloud ist keine Lösung – die Gründe sind allen bekannt!

Die politische TimeLine 2023 ist nicht nur zu spät – sie hinterlässt vielmehr den Eindruck, dass Bildung und Nachwuchs im SHK, in Thüringen, in Deutschland eine untergeordnete Rolle spielen. Die Deutsche Telekom, die Thüringer Netkom und auch Vodafone sind in Eisenberg mit hervorragenden Anbindungen vor Ort. Die Schulen stehen wie erwähnt seit fast einem Jahr nahezu leer – warum nutzen Sie diese Möglichkeiten nicht um Digitalisierung an den Start zu bringen?

Wir alle sind uns sicher unbestritten einig, dass der Umgang mit Medien für die Zukunft von Schülerinnen und Schülern entscheidend und damit unersetzlich wichtig für deren Zukunft ist. Schule hat einen immensen Anteil an der Grundsteinlegung der Zukunft unserer Kinder. Die Welt wandelt sich gerade in einem atemberaubenden Tempo - Digitalisierung umgibt uns überall.

Lassen Sie uns die Zukunft unserer Kinder GEMEINSAM gestalten – wir wollen dass sie heute beginnt und nicht erst 2023.

Was wollen Sie und was tun Sie dafür?


Mit freundlichen Grüßen
Die Elternsprecher des Friedrich Schiller Gymnasium
Christian Hurlbeck Mandy Thiele Yvonne Drescher

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