Altbau im Jahr 1985

Begegnung zwischen jungen Schülern der Klasse 5 und Senioren von Eisenberg

von Frau Lindig

Es war ein Zufall, dass 2 Menschen sich begegneten, die ähnliche Ideen im Kopf entwickelt hatten – Frau Lindner (75) vom Eisenberger Seniorenverein und Frau Brömel (55) vom Gymnasium Eisenberg. Die eine sah in der Jugend die Möglichkeit, mit ihrer Hilfe technische Grenzen zu überwinden und die andere sah in der Begegnung von Alt und Jung eine Chance, miteinander und voneinander in verschiedenen Lebensbereichen zu lernen und das Miteinander der Generationen zu erfahren. Zwischen den beiden Erwachsenen liegen nur 20 Jahre, zwischen den Kindern und Senioren ca. 55 bis 65 Jahre –vielleicht eine Herausforderung. Durch eine Anfrage beim Schulleiter Herr Riebel trafen sie zusammen und entwickelten gemeinsam ein Projekt: „Alt lernt j(J)ung“.

Am 08.05.2019 kam es zum ersten Kennenlernen der Generationen bei einem Tee-, Kaffee- und Kuchentreff im Aufenthaltsraum der Schule. 11 Senioren waren gekommen, um vorerst mit 8 Schülerinnen und 1 Schüler in Kontakt zu treten. Man stellte sich und seine Wünsche bezüglich des Projektes vor. Die Senioren hatten an diesem Tag vor allem das Ziel, Handgriffe beim Einschalten des Handys zu trainieren, Tastenabläufe beim Fotografieren, Nachrichten verschicken oder Telefonieren zu erlernen. Die Enkel würden so weit weg wohnen oder hätten weder Zeit noch Geduld, die neue Technik zu erklären.

Die Kinder hatten weit mehr im Sinn, sie wollen mit „den Alten“ backen, kochen, basteln, ihnen ihre Haustiere vorstellen und gemeinsam spazieren gehen. Sie wünschen sich auch Rat von den Senioren, z.B. bei Hausaufgaben. Manche haben keine Oma oder auch bereits Verluste erlebt und freuen sich, wieder einen Opa an ihrer Seite zu wissen.

Frau Brömel informierte über mögliche Höhepunkte im Verlauf des Schuljahres und die Variante, sich einmal im Monat zu unterschiedlichen Themen zu treffen. Vor den Sommerferien kann gemalt werden und man will sich mal verkleiden, um in andere Rollen zu schlüpfen, im Herbst will man mit Ton und Blättern arbeiten, vor Weihnachten Plätzchen backen und Karten basteln, im Winter Vogelhäuschen bauen, gemeinsam lesen und singen, vor Ostern Gestecke anfertigen und kochen.

Immer dabei ist aber das Training mit dem Handy oder Tablet. Frau Brömel betonte, welche Gefahren sich im Umgang mit Kommunikations-Apps ergeben und machte auf die Gesetzmäßigkeiten aufmerksam, dass z.B. Kinder erst ab dem 16. Lebensjahr Whats-App bedienen dürfen. Sie wünsche sich von beiden Seiten und natürlich durch die Hilfe der lebenserfahrenen Senioren einen bewussten Umgang mit der modernen Kommunikationstechnik und erhofft sich vom gesamten Projekt eine Sensibilisierung für Respekt, Achtung und Toleranz, eben gerade wegen der Unterschiede und für das  Erkennen dessen, was im Leben wichtiger ist als Technik.

Ein munteres „Geplaudere“ kam in Gang.

Über Fragen, wie löscht man auf dem Handy Fehler, wie leert man Chatverläufe, wo drückt man drauf, wenn man mehreren Freunden dieselben Bilder oder Nachrichten versenden will, wie kriegt man den roten Haken weg … usw., kamen die Schüler/Innen und Senioren schnell in Einzelgespräche. Man teilte Erfahrungen und sprach auch über die eine oder andere Verletzung, welche die Schüler durch das Weitersenden von unschönen Äußerungen per WhatsApp schon erlebt haben. Privates wurde ausgetauscht, was man gerne isst, wo man im Urlaub war, wie alt der eigene Enkel ist und vieles mehr - rundum ein gelungener Nachmittag für alle Beteiligten.

Mal sehen, was daraus wird und ob man von beiden Seiten durchhält.

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